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Umziehen – Mach die Fremde zu deinem Zuhause

Lange war es sehr still auf meinem Blog. Erstmal herzlich willkommen in meinem neuen “virtuellen Wohnzimmer!” Meine beste Freundin Finja von der Agentur Hejnola hat meinen kompletten Blog, als mein Geburtstaggeschenk, gerelauncht. (DANKE NOCHMAL!)

Wenn ich zurückblicke ist mein letzter Post vom Sommer 2018, dort hatte ich endlich meinen Bachelorabschluss in der Tasche, habe mit meinen Kommilitonen meinen Hut in die Lüfte geschmissen und war unendlich stolz und froh es nach 4 Jahren harter Arbeit geschafft zu haben.

Mein Motto war: Jetzt geht es endlich “so richtig” los. HER MIT DEM SCHÖNEN LEBEN! Das einizge was für mich in diesem Sommer fest stand, dass ich auf jeden Fall zu meinem liebsten Menschen ziehe, nach 6 (!) Jahren Fernbeziehung. Yay, endlich leben wir mal wieder im selben Land sogar in derselben Stadt und Wohnung! Alles neu, alles aufregend. Also wurde ich im Juli 2018 offiziell zur Hamburgerin.

In diesem Post möchte ich gerne mit dir teilen was ich in den nun knapp 2 Jahren gelernt habe- über Umzüge in eine fremde Stadt wenn man nicht mehr zur Schule geht, oder einer Ausbildung oder einem Studium nachgeht. Denn eines kann ich sagen: Es ist harte Arbeit. Zwar auch schön und aufregend aber eben auch mit einigen Rückschlägen und Tränen verbunden, zumindest für mich. In eine Stadt zu ziehen in denen man nur seinen Partner kennt, auf Jobsuche bzw. dann in einem 40h Job steckt birgt so seine Tücken.

1. Akzeptiere deinen “reverse culture schock”

Auf Deutsch heißt dies: der umgekehrte Kulturschock. Wenn du wie ich, längere Zeit in einem anderen Land als deinem Heimatland gelebt hast und dann zurückkehrst, brauchst du Zeit dich wieder an deine Heimat zu gewöhnen. Es kann sein, dass sich viele Dinge die vorher selbstverständlich für dich waren sich nun fremd oder gar “falsch”anfühlen. Nach 3 Jahren in den Niederlanden habe ich erst dann gemerkt wie niederländisch vieler meiner Ansichten und Wertvorstellungen geworden sind. Bis heute fühlt sich die strenge Hierachie und Kommunkationsform in deutschen Unternehmen, die oft risikoscheuen und wortkargen Mitmenschen fremd an. Ich habe glaube ich alleine 6 Monate gebraucht, um fremde ältere Leute wieder zu Siezen und nicht einfach mit allen, wie in den Niederlanden, per Du zu sein 😀 Es ist vollkommen ok so zu fühlen, ob nur zu Anfang des Umzuges, über einen längeren Zeitraum oder gar für immer.

“Wherever you go becomes a part of you somehow.”

Anita Desai, indische Schriftstellerin

2. Verfolge dein Hobby- oder suche dir eines

Es mag platt und abgedroschen klingen aber ja man lernt super gut Leute kennen indem man die Aktivität macht mit Leuten die dasselbe mögen (oder hasslieben:P) wie du! Man hat direkt eine Gemeinsamkeit und man kommt sehr einfach und schnell ins Gespräch. Ich gehe 3x die Woche in den Stall und kümmere mich um meine Reitbeteiligung. Alleine das macht mir unendlich viel Freude und erdet mich. Als total schöner Nebeneffekt treffe ich immer super nette Leute im Stall mit denen man quatschen oder ausreiten (am liebsten beides:P) kann. Ich habe auch hier definitiv Leute gefunden mit denen ich mich auch außerhalb des Stalles treffe und die ich nicht missen möchte.

3. Unternimm etwas mit deinen Kolleg*innen

Gerade in Deutschland wo viele Leute eine klare Linie zwischen Arbeit und Privatleben ziehen mag dieser Tipp komisch wirken, aber dennoch bin ich der Meinung dass es sich immer lohnt mal locker zu testen ob man sich nicht auch außerhalb der Arbeit versteht. Man hat ja tagsüber 8 Stunden Zeit sich kennenzulernen, da kann man das nach kürzester Zeit gut einschätzen 😛 Ich treffe mich regelmäßig mit (nun ehemaligen) Kolleginnen. Wir versuchen einen festen Termin im Monat zu finden an dem wir essen und feiern gehen. Und vorsicht #lifehack: Macht den nächsten Termin eures Treffens aus wenn ihr bei dem aktuellen sitzt! Es macht echt einen Unterschied den ich auch so nie erwartet hätte 😀

4. Plane Treffen/ Reisen mit deinen Freunden & Familie die weit weg leben

Ich denke jeder der nicht mehr in seinem Heimatort lebt und/oder einen internationalen oder zumindest weit verstreuten Freundeskreis hat kennt das Problem: Irgendwer fehlt einem immer. Also immer immer. Ich wünsche mir immer noch mich manchmal vierteilen zu können um an 4 Orten gleichzeitig sein zu können. Solange dies noch nicht geht, versuche ich so gut es geht meine Freunde und Familie, die nunmal nicht in meiner Nähe leben, (Hello, ich bin ein einsames Nordlicht) zu besuchen oder zu mir einzuladen. Letztes Jahr konnte ich meine liebe Freundin Lara in Mexiko besuchen, meine Freundin Anika die in Innsbruck lebt, und habe viele Kommilitionen und Freunde wiedergetroffen in Zwolle bei der Graduierung des Jahrganges unter mir. Ja, es ist Arbeit all dies zu planen und man investiert Geld, Zeit und natürlich Trennungstränen aber ganz ehrlich: es gibt nichts schöneres als liebe Freunde wiederzusehen, in die Arme zu schließen und zu merken, dass sich einfach nichts in der Beziehung verändert hat.

5. Triff neue Leute via Facebook & Co.

Diese Methode mag nicht jedem liegen aber es ist definitiv eine Möglichkeit! So wie ich auch auf Reisen ab und an über Couchsurfing oder Facebook zu Treffen gehen kann man dies natürlich auch in seiner neuen Stadt machen, in der man lebt. Ich habe hierzu über eine Facebook Gruppe “Rheinländer in Hamburg” 😛 an einem Treffen teilgenommen was ein witziger Abend in einer Kneipe und später Tanzen im Club war. Ich hatte nochmal an einem anderen Treffen teilnehmen wollen von einer anderen Gruppe, aber hierbei bin ich leider auf die Nase geflogen: ich war am vereinbarten Treffpunkt und dann hat sich leider keiner aus der Gruppe mehr gemeldet. Tja, zwei Anläufe mit unterschiedlichem Ausgang. Probiert es aus ob das etwas für euch ist 🙂

6. Weine dich aus – du darfst dich traurig & allein fühlen

Gerade die Umstellung für mich von meinem Leben im Wohnheim mit all meinen Studienfreunden und einer sehr engen community die eher wie eine Familie war, zu einem Leben in einer Großstadt ohne jeglichen Anschluss- war um es milde auszudrücken: schwierig. Um nicht zu sagen: absolut beschissen. Was ich schmerzhaft habe lernen müssen ist, dass es ok ist sich einsam zu fühlen. Es ist ok seine Freunde und Familie zu vermissen. Sich zu fragen ob es die richtige Entscheidung war herzuziehen. Auch mal zu weinen und die negativen Gefühle zuzulassen. Denn es braucht ganz einfach vieeeeel Zeit sich ein neues Leben in einer neuen Umgebung aufzubauen. Sei stolz auf jeden kleinen Baustein den du dir erschaffst. Ganz egal ob es der Job ist den man gefunden hat, oder das Kaffe trinken gehen mit einer Bekannten vom Sportkurs oder dass der Chorleiter sich an deinen Namen erinnert und dich grüßt. All diese kleinen Situationen zählen. Und nein, es gibt keine Abkürzung man braucht Zeit dies alles aufzubauen (glaub mir ich hätte sie definitv gefunden! :D)

Es ist schön wieder hier zu sein! Ich freue mich, wenn du Hallo sagst und mich wissen lässt wie du mit deinen Umzügen umgehst. Gerne können wir in Kontakt bleiben- schreibe dich einfach in meinen Newsletter ein – versprochen es wird kein Spam geben: das ist nunmal echt das letze was man in seinem Leben braucht 😀

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