Uruguay – Erkundung des Landes

Nach zwei Wochen stressigen Stadtleben mit Spanisch lernen, feiern und sich in Buenos Aires mindestens 100 Mal zu Fuß, in der U-Bahn oder im Bus verirren, beschloss ich, diesem verrückten Ort zu entkommen und reiste stattdessen nach Uruguay, dem Nachbarland, das von der argentinischen Hauptstadt aus mit der Fähre leicht erreichbar ist. Diese 5 Tage waren auch die erste Solo-Reise, die ich je gemacht habe!

Colonia del Sacramento

Das erste, das du bemerken wirst, wenn man von der Fähre steigt, um diese kleine Stadt zu erkunden, ist die Ruhe: Du hast das vermutlich lange nicht mehr gespürt, als du wie ich in Buenos Aires warst, bevor du hier her kamst. An einem Nachmittag kann man durch die Stadt spazieren. Für ein paar Pesos stieg ich den Leuchtturm hinauf, was sich definitiv lohnte. Nach einem kleinen Mittagessen mit Elli, meine wunderbare Reisekumpelin diesen Nachmittag, entspannten wir uns an einem der Strände, die Colonia bietet. Und nein, es ist nicht direkt am Meer, sondern am Rio de la Plata, welcher ein Fluss ist und durch seine Größe, fühlt es sich an, als wäre man am Meer oder zumindest an einem wirklich großen See. Wir waren nicht schwimmen, da das Wasser alles andere als sauber ist. Für unsere kurze Strandsession, bei der wir die Sonne und Wärme genossen, gesellte sich ein streunenden Hunde zu uns 🙂 Natürlich bekam er viele Kuscheleinheiten. Ich liebe die niedlichen malerischen Straßen und die schönen Theaterstücke, das war ein toller Start in mein Uruguay-Abenteuer! Nachdem ich mich von Elli verabschiedet hatte, da sie nach Buenos Aires zurückkehrte, nahm ich den Bus, um meine erste Coach-Surf-Erfahrung zu erleben!

San Juan Lacaze

Das Haus des Coachsurfer, in dem ich wohnte, ist eigentlich eine tolle Farm, etwa 30 Minuten mit dem Bus von Colonia entfernt. Ich musste dem Busfahrer nur sagen, dass ich Daniel Juan besuchen wollte und er brachte mich dorthin, ziemlich einfach :D. Ich ging an grünem Flachgrasland vorbei, mit vielen grasenden Kühen und sah wieder einige Pferde, die mit einem Seil am Boden neben der Straße befestigt waren (ja, mein Pferdeherz blutete :() Ich erreichte den Hof und Daniel wartete bereits auf mich. Er zeigte mir seinen schönen Hof und erklärte mir, welche Art von Landwirtschaft er und seine Familie betreiben. Danach erkundeten wir die kleine Stadt, die überhaupt nicht touristisch ist, sondern eine industrielle Kleinstadt, aber ich genoss es wirklich, das wahre Landleben Uruguays zu erleben. Auch nur dank Daniel konnte ich meine Reise fortsetzen, da der nächste Tag der Tag der Unabhängigkeit war und die Busse nicht nach ihrem normalen Zeitplan fuhren. Ich musste von einem ländlichen Teil des Landes in einen noch abgelegeneren Teil des Landes gelangen. Tolle Planung bis zum Schluss 😀 Wir haben es geschafft, herauszufinden, wann die Busse fahren, haben noch typisches Straßenessen genissen und zurück zu seinem Hof gefahren. Natürlich stilvoll auf seinem Motorrad! 🙂 Wir verbrachten den Abend damit, uns zu entspannen, den berühmten Gefährten zu trinken und ein leckeres spanisches Gericht zu kochen, da auch ein spanisches Mädchen auf dem Hof übernachtete. So konnte ich mein Spanisch schon üben und bin definitiv super dankbar, dass ich einen Kurs gemacht habe, denn ohne Spanisch wäre ich verloren gewesen!

Mal Abrigo – Finally HORSE LIFE!

Am nächsten Morgen setzte Daniel mich an der Bushaltestelle ab und ich war wieder auf dem Weg zu einer Estancia, einem Bauernhof mit Pferden. Die nächsten beiden Tagen war fantastisches Wetter und alles, was ich tat, war die Sonne zu genießen und natürlich Pferde zu reiten! Meine Leidenschaft neben dem Reisen, ist die Kombination aus Reisen und Pferden – ein Gefühl von wahrem Glück. Das Reiten war ein erstaunliches Erlebnis, da es auf argentinische/uruguayische Art und Weise durchgeführt wird, bei der man wie ein “Gaucho” aussieht und reitet. Jeder, der die Natur und die Tiere liebt, sollte unbedingt in Argentinien oder Uruguay reiten gehen, eine Erfahrung, die man nicht bereuen wird!

Montevideo

Meine nächste und letzte Station war Montevideo. Die Reise konnte ich mit einem superfreundlichen uruguayischen Paar machen, dass auch ein paar Tage auf der Farm verbrachte. Jetzt nenne ich sie auch meine “adoptierten Großeltern”, sie haben mich nicht nur mitgenommen, sondern mir auch geholfen, mein Fährticket am Hafen zu kaufen. Danach hatten wir ein wunderbares gemeinsames Mittagessen im berühmten “mercado del puerto”, dass für seine guten Parillas bekannt ist (Riesengrill/Braais, wo sie Tonnen von Fleisch grillen :D), zu dem sie mich sogar eingeladen haben! Ich fühlte mich so geehrt, da mir Fremde so viel halfen und mir auch viel über ihre Heimatstadt erklärten.

Da wir den ganzen Tag unterwegs waren, konnte ich die Altstadt erst am nächsten Morgen sehen, als ich zum Hafen ging, um mit der Fähre zurück nach Buenos Aires zu fahren. Ich kann nur empfehlen, den “Mercado de los Artesanos” zu besuchen, der schöne, aber erschwingliche uruguayische Kunst und Kunsthandwerk verkauft. Zurück im Hostel habe ich mich mit zwei superlustigen Franzosen angefreundet, wir verbrachten den Abend zusammen beim Plaudern und Pool- und Kartenspielen.

Was mir meine erste Solo-Reise beigebracht hat

Diese 5 Tage Alleinreisen haben mich so sehr weitergebracht, viel mehr als ich erwartet habe. Ja, ich hatte Angst, ja, ich weinte, weil ich traurig war, da ich meine Erfahrungen nicht sofort mit einem Reisefreund teilen konnte, denn am Anfang ist es schwer. Aber gleichzeitig hat mir erst diese kurze Zeitspanne gezeigt, dass es überall auf der Welt freundliche, großartige und tolle Menschen gibt.
Du musst es nur wagen: Wage es, um Hilfe zu bitten, wage es, mit Fremden zu reden, wage es, allein zu reisen. Damals musste ich viel über diesen einen Satz nachdenken, den mir meine Mutter immer wieder erzählt, als ich noch ein kleines Mädchen war: [‘Das Glück ist mit den Mutigen’]

Dieser Satz begleitet mich seit vielen Jahren und er war noch nie so wahr wie auf dieser ganzen Reise: Ich habe es trotz all meiner Ängste gewagt und ich hatte die wunderbarste Zeit, habe Freundschaften geschlossen und bin mental so sehr gewachsen!

Danke Uruguay, es war mir ein Vergnügen! <3

Entdecke noch mehr!

Hier gibt es meine Route um 5 tolle Highlights in Dresden zu Fuß zu erkunden, low-budget und aktiv unterwegs.
Warum diese Reittour in den Bergen einer der schöneste Tage in meinem Leben war, aber mich trotzdem zum weinen gebracht hat liest du hier.
Hier teile ich meine Erfahrungen wie es ist Vollzeitberufstätig zu sein- und trotzdem Freunde zu finden in einer neuen Stadt und sie zu einem Zuhause zu machen
La Gomera ist die zweitkleinste kanarische Insel- Zeit für einige Highlights!
Die Londoner U-Bahn hat mir eine Lektion erteilt, was dass mit meinem Traumjob zu tun hast liest du hier.
Du wolltest schon immer mal Wasserfälle & Schluchten hautnah erleben? Hier teile ich meine Erfahrungen zum Canynoning auf dem Olymp
Looking for recipes for your next camping trip? Get inspired with this post. // Auf der Suche nach einfachen & leckeren Rezepten für die Camping Küche? Hier gibts ein paar Ideen.
Die Reisefotos, die man nie zu Gesicht bekommt. Die Unperfekten aber ehrlichen Reisebilder Das waren meine unperfekten aber ehrlichen Reisebilder! …